Vanille, eine extreme Reise
- von {{ author }} Luc Gabriel
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Wie verwandelt man Vanilleschoten in eine außergewöhnliche Duftkomponente?
Indem man sie von Hand im richtigen Reifegrad erntet.
Die Dorfbewohner bringen ihre Ernte herbei, so reif wie möglich, um die bestmögliche Qualität zu erzielen. Nach Erhalt der Ware werden die Schoten nach Größe, Zustand und Farbe sortiert. Präzision ist hierbei entscheidend. Mit der Erfahrung erlangten Geschicklichkeit zünden sie vier runde Öffnungen an. Das Ziel? Wasser in Töpfen zu erhitzen, um eine Temperatur zwischen 50° und 65° zu erreichen.
Ruhe, es wird erhitzt!
In der Zwischenzeit werden die Schoten in Raphia-Körbe gelegt. Sobald das Wasser die richtige Temperatur erreicht hat, werden die Körbe etwa eine Minute lang in die Töpfe getaucht. Dann beginnt ein chemischer Umwandlungsprozess. Durch die Hitze verändert sich die Struktur der Vanilleschoten, und es beginnt eine enzymatische Reaktion, die die in den grünen Schoten enthaltene Glucovanillin in Vanillin umwandelt. Die Arbeiter verpacken die heißen Schoten schnell in große Holzkisten. Anschließend werden sie mit Baumwolldecken abgedeckt, die die Wärme speichern, damit die Vanille „schwitzen“ kann.
Die Schoten bleiben drei Tage lang in dieser warmen und feuchten Umgebung und werden schließlich bräunlich. Damit sich das Vanillearoma voll entfalten kann, muss man zum zweiten Schritt übergehen: dem Trocknen und Erwärmen der Schoten in der Sonne.
Sie werden auf einen Rahmen gelegt, um zu trocknen, aber Vorsicht: Schon ein einziger Wassertropfen macht sie unbrauchbar. Daher braucht es einen Wolkenexperten, einen Guru der Wettervorhersage, der die Warnzeichen erkennt. Wolken? Alles wird sofort hereingeholt. Je nach Wetterbedingungen dauert der Prozess ein bis zwei Wochen.
Dann werden die Schoten in den Schatten gebracht, damit sie trocknen und dieses charakteristische Aroma entwickeln können, das sie zu einem der bekanntesten, aber auch zu den kostbarsten Zutaten der Parfümerie macht.